t_250_140_16777215_00_images_2019_Jugendbibel_in_Wien.jpgWien, 01.12.2019 (KAP) Die weltweit verbreitete "Youcat"-Jugendbibel mit ausgewählten und kommentierten Bibeltexten für junge Menschen gibt es nun erstmals auch in einer orthodoxen deutschsprachigen Version. Die vom Wiener rumänischen Bischofsvikar Nicolae Dura mit einem Team aus Theologen und Jugendlichen erarbeiteten "Bibel für junge orthodoxe Christen" wurde am Samstagabend in Wien vorgestellt. An der Präsentation der Bibel im Pfarrsaal der rumänisch-orthodoxen Andreaskirche in Wien-Simmering nahm auch der für Österreich und Mitteleuropa zuständige rumänisch-orthodoxe Metropolit Serafim (Joanta) teil.



Auch die katholische und evangelische Version der Jugendbibel wurden nochmals vorgestellt. Neben der 2015 in der "Youcat"-Reihe erschienenen katholischen Jugendbibel und der evangelischen "Bibel für Einsteiger" von 2017 ist die orthodoxe Jugendbibel jetzt die Dritte im Bunde. Damit sei diese Jugendbibel "weltweit die einzige Ausgabe der Heiligen Schrift, die von allen drei großen christlichen Kirchen geteilt wird", sagte Bischofsvikar Dura im "Kathpress"-Gespräch. Ziel sei, junge Menschen heute zu motivieren, die Bibel zu lesen.

Kardinal Christoph Schönborn bezeichnete es in einem schriftlichen Grußwort als "große Freude", im Kreis der Jugendbibeln die "Bibel für junge orthodoxe Christen" willkommen heißen zu dürfen und würdigte das "großartige Projekt". Jede der Jugendbibeln zeige ein "charakteristisches Gesicht", dem aber eine gemeinsame Auswahl der biblischen Texte zugrunde liege. Dass es jetzt erstmals eine Ausgabe der Heiligen Schrift gibt, die "von den großen christlichen Kirchen geteilt" wird, sei "ein starkes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit", so der Kardinal.

"Für uns Christen ist die Bibel das Buch des Lebens", stellte der katholische Erzbischof von Wien wörtlich fest: "Ich wünsche der orthodoxen Jugendbibel, dass sie viele junge Menschen begeistert und ermutigt, sich in ihrem Leben vom Wort Gottes leiten zu lassen. Mögen junge Christen in den Texten der Bibel Nahrung für ihre Seele finden und Trost, Stärkung und Wegweisung im Alltag erfahren."

Hoffen auf weitere Sprachausgaben

Bei der orthodoxen deutschsprachigen Ausgabe handelt es sich wie im Original der "Youcat"-Jugendbibel um den Text der Einheitsübersetzung, auch die zusätzliche grafische wie inhaltliche Gestaltung wurde im Prinzip übernommen, aber um orthodoxe Elemente ergänzt. So finden sich verstärkt Zitate der vor allem in der Orthodoxie hoch geschätzten Kirchenväter sowie von orthodoxen Theologen und Geistlichen. Dazu kommen zahlreiche Abbildungen von Ikonen, die in der orthodoxen Kirche eine wesentliche Rolle spielen.

"Ich bete, dass dieser Bibel für junge orthodoxe Christen auf Deutsch auch Ausgaben in anderen Sprachen folgen, wie Rumänisch, Russisch, Griechisch, Serbisch, Bulgarisch, Georgisch, usw.", sagte Metropolit Serafim bei der Präsentation. Er gratulierte Bischofsvikar Dura und dem Kreis von Theologen und Jugendlichen mit denen dieser das Projekt über mehrere Jahre hinweg erarbeitet hat. Es sei ein "besonderes Werk" entstanden. Beteiligt waren Theologen und Religionspädagogen aus Rumänien und Deutschland, vor allem aber Experten der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien-Krems.

Der Metropolit zitierte aus dem Vorwort der Jugendbibel, das der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel (Ciobotea) verfasst hat. Er legt darin den Jugendlichen die biblische Lektüre ans Herz und stellt fest: "Die Bibel als Heilige Schrift ist die Erfahrung der Liebe Gottes zu den Menschen entlang ihrer Geschichte."

In den heutigen säkularisierten Gesellschaften sei "das Wort Gottes so selten zu hören", meinte Serafim. "Dabei nährt gerade das Wort Gottes den Menschen, und das nicht nur in der Ewigkeit, sondern in allen Versuchungen und Leidenserfahrungen", rief auch der Metropolit dazu auf, täglich in der Bibel zu lesen. Die Jugendbibel sei zwar an junge Menschen gerichtet, auch ältere könnten sie aber mit "großem geistlichen Gewinn" lesen.

Das Erscheinen der "Bibel für junge orthodoxe Christen" ist ein Hinweis auf die wachsende Bedeutung der rumänisch-orthodoxen Kirche - und aller anderen orthodoxen Kirchen - in Österreich.